Mitwelt und Klima

Ich bekenne Farbe: Wir wissen um Fakten und Konsequenzen. Genug gedacht und gesagt. Ein Um-Handeln ist nötig. Selbverständliches der vergangenen Jahrzehnte ist nicht mehr akzeptabel. Tieren und Natur stehen Rechte zu, Klima und Umwelt Schutz. Masshalten in allem ist bereits ein persönlicher Beitrag zur gemeinschaftlichen Verantwortung.

Glück und Gesundheit sind keine isolierten Güter, sie sind Teil unserer Verbindung mit allen anderen Lebewesen dieser Erde, sie entstehen im Austausch mit unserer Mitwelt.

gesagt und gehört: Manches unbequem – erst recht notwendig

GwG-Newsletter – 10/2021 / im Gespräch mit Teresa Dawson.
Sie arbeitet als Psychotherapeutin und Beraterin in eigener Praxis in Zürich. Seit mehr als 30 Jahren engagiert sie sich zusätzlich im In- und Ausland als Lehrbeauftragte des Internationalen Focusing Instituts. Spezielle Themen sind „Focusing und Träume“, „Focusing und Tiere“, TAE (Thinking at the Edge) und „Focusing und Umwelt / Klimawandel“. In unserem Interview berichtet sie über ihr Konzept des „umweltzentrierten Erlebens“.
Frau Dawson, Umwelt- und Klimaschutz gehören zu den drängendsten Aufgaben unserer Zeit. Inwiefern ist die aktuelle katastrophale Situation womöglich ein Zeichen dafür, dass wir den Zugang zu dem verloren haben, was uns umgibt?
Es ist weniger ein Zeichen als vielmehr das Resultat eines zivilisatorischen, von der Mitwelt getrennten Denkens und Handelns. Der Zustand unserer Erde bleibt zutiefst alarmierend, solange wir das vorhandene Wissen nicht akzeptieren und unser Verhalten nicht dementsprechend konsequent ändern!
Wie bekommen wir wieder ein gutes Verhältnis zu unserer Umwelt und zu unserem Planeten?
Ich denke, es gelingt, indem wir uns zum Beispiel daran erinnern, wie wir als Kinder uns selbst und unsere Umwelt als eins erlebt haben. Oder indem wir die Not unserer nichtmenschlichen Mitlebewesen wie einen eigenen Schmerz fühlen. Auch eine „altmodische“ Dankbarkeit der gesamten Natur gegenüber ist nicht verkehrt – schließlich war nichts davon je so maßlos nur uns Menschen zugedacht. Und letztendlich bewirkt wohl eine Liebe zu allem Lebendigen einen Gesinnungswandel.
Was ist es dementsprechend, was Sie unter umweltzentriertem Erleben verstehen?
Wenn wir uns als verbundene Lebewesen erfahren und den Verstand nicht vom Fühlen und Körperwissen trennen, erweitert sich unser „Ich-Verständnis“ unweigerlich in eine Mitwelt, also in die Welt, zu der wir gehören. Jeder menschliche Körper lebt ständig in dieser Wechselbeziehung. Allein schon die Luft beim Atmen macht uns jeden Moment bewusst, wie unser Körper nur dank der Erde existieren kann. Wenn wir erleben können, wie sehr wir Teil der Natur sind, tragen wir natürlicherweise auch besser Sorge für das, was uns umgibt.
Inwiefern ist umweltzentriertes Erleben Ihrem Verständnis nach auch gleichzeitig personzentriertes Erleben?
Der Umgang mit allem Lebendigen dieser Erde sollte geprägt sein von Respekt, Gleichwertigkeit und Mitgefühl. Eine Haltung, die genauso im Personzentrierten Ansatz vorausgesetzt ist. Auch mit der Umwelt ermöglichen echte Beziehung und emotionales Engagement einen enormen Gesundungsprozess.
Über ihr Konzept des „umweltzentrierten Erlebens“ bietet Teresa Dawson einen Workshop an: beim ECC-Fachtag „Umweltzentriertes Denken und persönliche Veränderung“ am 9./10. Juni 2022 in Mainz. Weitere Infos zu der Veranstaltung finden Sie in Kürze auf der GwG-Website.

Körper und Umwelt pdf (Artikel fürs GFK Bulletin Februar 2020)


Essen ist keine Privatsache. Interview mit dem Philosophieprofessor Markus Wild.
Sonntagszeitung 10.2.19


‘Agnus Dei Lamm Gottes’ aus dem Passionsspiel von Knuth und Tucek.
Musik und Text Olga Tucek
‘Schweine’ aus Tuceks Töne.
Musik und Text Olga Tucek